Angst ist eine grundlegende menschliche Emotion, die uns schützt. Doch wenn sie sich verselbstständigt und den Alltag bestimmt, wird sie zur Belastung. Angststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen — und zu den am besten behandelbaren.
Angststörungen bezeichnen eine Gruppe psychischer Erkrankungen, bei denen Angst in Situationen auftritt, die objektiv betrachtet nicht gefährlich sind — oder in denen die Angst weit über das angemessene Maß hinausgeht. Die Angst wird unkontrollierbar, kehrt immer wieder und beginnt, das Leben einzuschränken.
In Deutschland leiden etwa 15 % der Bevölkerung im Laufe ihres Lebens an einer behandlungsbedürftigen Angststörung. Trotzdem dauert es oft Jahre, bis Betroffene professionelle Hilfe suchen — häufig aus Scham oder weil die Symptome nicht als Angststörung erkannt werden.
Angststörungen zeigen sich auf mehreren Ebenen — körperlich, gedanklich und im Verhalten:
Besonders tückisch ist der Teufelskreis aus Angst und Vermeidung: Je mehr Situationen gemieden werden, desto größer wird die Angst — und desto enger wird der Lebensraum.
Gelegentliche Angst gehört zum Leben. Professionelle Hilfe ist dann sinnvoll, wenn die Angst über Wochen anhält, ohne realen Anlass auftritt oder so stark wird, dass Sie wichtige Situationen zu meiden beginnen — etwa Einkäufe, Autofahrten, soziale Treffen oder berufliche Termine. Auch wiederkehrende Panikattacken oder Sorgen, die sich nicht abstellen lassen, sind ein deutliches Signal.
Je früher eine Angststörung behandelt wird, desto leichter lässt sich der Teufelskreis aus Angst und Vermeidung durchbrechen. Sollten Sie während einer Panikattacke das Gefühl haben, in einer akuten Notlage zu sein, wenden Sie sich an den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117 oder im Notfall an die 112.
Die kognitive Verhaltenstherapie ist bei Angststörungen die am besten erforschte und wirksamste Behandlungsmethode. In meiner Praxis ergänze ich sie mit weiteren Verfahren für einen ganzheitlichen Ansatz:
Woran erkenne ich, dass meine Angst behandlungsbedürftig ist?
Angst ist zunächst eine gesunde Schutzreaktion. Behandlungsbedürftig wird sie, wenn sie unangemessen stark oder häufig auftritt, ohne dass eine reale Gefahr besteht, und Sie beginnen, Situationen zu vermeiden. Schränkt die Angst Ihren Alltag, Beruf oder Ihre Beziehungen über Wochen ein, ist professionelle Unterstützung sinnvoll.
Ist ein Panikanfall gefährlich?
So bedrohlich sich Herzrasen, Atemnot oder Schwindel anfühlen: Ein Panikanfall ist körperlich nicht gefährlich und klingt von selbst wieder ab. Die Körpersymptome zu verstehen, ist ein wichtiger erster Schritt in der Behandlung.
Wie wird eine Angststörung behandelt?
Die kognitive Verhaltenstherapie gilt als wirksamste Methode bei Angststörungen. Im Mittelpunkt steht, den Teufelskreis aus Angst und Vermeidung zu durchbrechen und in behutsamen Schritten neue, korrigierende Erfahrungen zu ermöglichen.
Muss ich mich meinen Ängsten aussetzen?
Die schrittweise Konfrontation mit angstauslösenden Situationen (Exposition) ist ein zentraler Wirkfaktor — sie geschieht aber immer gut vorbereitet, begleitet und in Ihrem Tempo. Sie werden zu nichts gedrängt.
Werden die Kosten übernommen?
Als Privatpraxis stelle ich Ihnen die Behandlung direkt in Rechnung. Diese Rechnung können Sie je nach Versicherung bei einer privaten Krankenversicherung oder über das Kostenerstattungsverfahren bei einer gesetzlichen Kasse zur Erstattung einreichen; als Selbstzahler tragen Sie die Kosten selbst. Mehr dazu im Abschnitt Kostenerstattung.